In den jungen Jahren ist die Tradition meist langweilig und unverständlich, aber das verraten bereits die Augen des Jungen. Leider werden ihre verbundenen Bräuche häufig benutzt um sinnlose Gewohnheiten zu rechtfertigen. Vielmehr ist sie jedoch eine zeitgemäße Überlieferungsform des Wissens, welches sich wie die Tradition selbst mit der Zeit weiterentwickeln sollte.
Die ungemähte Wiese hinter unserem Haus glitzert noch im Morgentau. Mit Yari unserem treuen braunen Labrador an der Seite stapfe ich durch das hohe Gras. Bereits nach wenigen Metern ist das Haus im Nebel verschwunden. Ein paar Sonnenstrahlen verraten mir, dass die Nebelgrenze nicht mehr weit ist. Ich höre wie ein paar Hirsche lautstark unseren frühen Besuch ankündigen und im Wald verschwinden. Meine Hose ist trotz kniehoher Gummistiefel schon bis oben hin von dem Tau durchweicht. Der erste Sonnenstrahl erleuchtet meine Augen. Gleich hab ich es geschafft. Nur noch ein paar Schritte und ich hab die kleine Bergkuppe erreicht. Die ersten Sonnenstrahlen vertreiben den Morgennebel.
Auch das kleine Dorf Strassen erwacht langsam aus seinem "benebelten Schlaf". Kurzfristig zieht noch eine letzte Regenwolke über mich hinweg. Komplett durchnässt suche ich nach der passende Bildkomposition um diese einmalige Stimmung festhalten zu können.